Sie suchen einen neuen Job, vielleicht sogar dringlich. In einem solchen Moment kann es passieren, dass Sie bestimmte Anzeichen übersehen und in eine toxische Arbeitskultur hineinrutschen. Die Folgen sind drastisch: Es kann sein, dass Sie nur noch schlecht gelaunt und mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehen und einen langen Leidensweg zurücklegen, ehe Sie die Stelle dann doch wieder wechseln. Sie verlieren durch eine solche Anstellung Lebensqualität und auch ein bisschen den Glauben an das Gute im Menschen.

Wie Sie eine toxische Arbeitskultur bereits im Bewerbungsprozess erkennen und so von der Anstellung Abstand nehmen können, erfahren Sie hier.

Das macht eine toxische Arbeitskultur aus

Eine Arbeitsumgebung ist dann toxisch, wenn sie den Mitarbeitenden unnötig die Tage erschwert und Missstände sich frei entfalten können. Klassische Beispiele dafür sind:

In einer toxischen Arbeitskultur bilden sich selten starke Teams aus: Ein fruchtbares Miteinander kann gar nicht entstehen, weil der Krankenstand hoch ist und viele Mitarbeitende nach kurzer Zeit wieder kündigen.

Wichtig: Fehlende Karrieremöglichkeiten sind nicht unbedingt ein Teil toxischer Arbeitskultur: Sie können an einem angenehmen Arbeitsplatz ohne Aufstiegschancen tätig und vollauf zufrieden sein, wenn Sie gar nicht unbedingt die Karriereleiter hinaufsteigen möchten.

Negative Anzeichen in der Stellenausschreibung

Schauen Sie sich die Stellenausschreibung genau an, denn sie sagt bereits einiges aus:

Werden weder Karrierechancen noch Unternehmenskultur in der Anzeige erwähnt, kann das darauf hindeuten, dass beiden Punkten nicht viel Wert beigemessen wird.

Info: Gehaltsangaben sind in der Stellenausschreibung nicht verpflichtend, erleichtern aber die Entscheidung für oder gegen eine Bewerbung sehr.

Die erste Recherche zur Arbeitskultur

Sie haben eine Stellenausschreibung gefunden, die Ihnen gefällt und die passen könnte. Auch was Sie auf der Website gesehen haben, wirkt positiv. Ehe Sie jetzt ein Bewerbungsanschreiben formulieren, sollten Sie nach Arbeitgeberbewertungen suchen.

Portale wie

geben aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden die Möglichkeit, den Arbeitsplatz zu bewerten.

Es reicht allerdings nicht, sich die durchschnittliche Sternebewertung anzuschauen: Klicken Sie die einzelnen Bewertungen an und lesen Sie auch die Details. Es kann sein, dass eine unfaire negative Bewertung von jemandem kam, der die Behörde oder das Unternehmen im Streit verlassen hat. Es kann auch sein, dass der Arbeitgeber aus Angst vor einem schlechten Schnitt die Angestellten dazu auffordert, positive Bewertungen abzugeben. Daher müssen Sie sehr aufmerksam lesen.

Einträge mit der schlechtesten oder der besten Bewertung, in denen keine Details genannt werden, sind wenig aussagekräftig. Beiträge von aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitenden hingegen, die differenziert bewerten und unterschiedliche Aspekte beleuchten, zeichnen oft ein gutes Bild dessen, was Sie erwarten könnte.

Zu klassischen Red Flags in den Bewertungen zählen etwa die folgenden:

Nicht immer sind diese Probleme aktuell. Es kann durchaus vorkommen, dass es einmal eine toxische Arbeitskultur in der Behörde oder dem Unternehmen gegeben hat und sich die Umstände inzwischen gebessert haben. Achten Sie daher auch auf die Daten der schlechten Bewertungen! Liegen sie alle einige Jahre zurück und folgten danach nur mehr überwiegend positive Beiträge, können Sie die Bewerbung durchaus in Betracht ziehen.

Red Flags im Bewerbungsprozess

Bewerben Sie sich auf die Stelle, achten Sie darauf, wie die Kommunikation abläuft. Bekommen Sie zügig eine Eingangsbestätigung und eventuell einen Hinweis darauf, wie lange es dauern kann, bis Sie eine Antwort erhalten, ist das ein gutes Zeichen. Allerdings sind solche Mails meist automatisiert, daher achten Sie auf den weiteren Ablauf: Dauert es viel zu lange, bis Sie eine Antwort erhalten, ist das ein Negativpunkt.

Im Bewerbungsgespräch selbst gibt kann es diverse Anzeichen dafür geben, dass Sie von dieser Arbeitsstelle besser Abstand nehmen:

Zudem gibt es diverse Begrifflichkeiten, bei denen Sie aufhorchen sollten: Ist besonders viel von Herausforderungen die Rede, ist das ein Grund zur Vorsicht. Der Begriff wird genutzt, wenn Arbeitgeber das Wort „Probleme“ vermeiden wollen. „Dynamik“ kann für häufige kurzfristige Entscheidungen stehen, die die Abläufe durcheinanderbringen und Mehrarbeit bedeuten. Das berühmte „Work hard, play hard“ kann auf unbezahlte Überstunden hindeuten, für die die Angestellten dann einmal in der Woche ein Feierabendbier in der Kantine spendiert bekommen.

Toxische Arbeitskultur vermeiden: Darum ist das wichtig

Geben Sie einer Behörde oder einem Unternehmen trotz Bedenken eine Chance, kann es sein, dass Sie das schon bald bereuen: Ist das Arbeitsklima vergiftet und der Druck groß, beeinträchtigt das zunächst Ihr mentales Empfinden. Stress und Sorgen führen allerdings auch schnell zu körperlichen Symptomen wie Schlafmangel und Konzentrationsproblemen. Viele Angestellte, die unter hohem Druck arbeiten müssen, haben ein weiteres Problem: Sie finden kaum die Zeit und die Energie, sich nach einer anderen Stelle umzusehen. Besser ist es daher, dass Sie sich bei der Jobsuche ausreichend Zeit nehmen, um eine Stelle in einem gesunden Arbeitsumfeld zu finden.


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