Autor: zfm-Berater Roland Matuszewski

Stadtwerke spielen eine zentrale Rolle für die Lebensqualität vor Ort. Damit sie diese Aufgabe auch in Zukunft zuverlässig erfüllen können, braucht es ein Umdenken in der Personalstrategie. Während langjährige Mitarbeitende in den Ruhestand gehen, fehlt es gleichzeitig an qualifiziertem Nachwuchs. Der Begriff „Fachkräftemangel“ beschreibt diesen Zustand nur unzureichend. Es geht nicht nur um vakante Stellen, sondern um die langfristige Leistungsfähigkeit einer ganzen Branche. Hinzu kommt: Der demografische Wandel ist bereits heute spürbar – und kein Gespenst der Zukunft mehr.

Doch wie können Stadtwerke diesen Entwicklungen konkret begegnen? Welche Strategien haben sich bereits bewährt, und worauf sollten Führungskräfte in kommunalen Unternehmen achten?

Der Druck wächst weiter

Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft fehlen in Deutschland bis 2028 rund 768.000 Fachkräfte[1] – besonders betroffen sind technische Berufe und der öffentliche Sektor. Die Belegschaft in vielen Unternehmen altert rasant, da viele langjährige Mitarbeitende in den Ruhestand gehen, oft ohne eine direkte Nachfolge.

Dieser Mangel hat auch für Stadtwerke direkte Auswirkungen: Netzbetrieb, Instandhaltung und andere Servicedienstleistungen werden zunehmend schwieriger zu stemmen. Wenn kein systematischer Wissenstransfer in den Unternehmen stattfindet, geht mit dem altersbedingten Ausscheiden erfahrener Mitarbeitender auch deren Spezialwissen verloren. Die Folge ist ein wachsender Handlungsdruck sowohl im Bereich der Personalgewinnung als auch im Wissensmanagement.

Wie können Stadtwerke reagieren?

Stadtwerke haben – anders als viele privatwirtschaftliche Unternehmen – den Vorteil, tief in der Region verwurzelt zu sein. Dies ermöglicht eine langfristige Personalbindung, setzt aber auch eine strategische Personalentwicklung voraus. Die folgenden Ansätze können in der Praxis Stadtwerke dabei unterstützen, sich proaktiv fit für die Zukunft aufzustellen:

Dem Wandel nicht hinterherlaufen – sondern ihn aktiv gestalten

Der demografische Wandel ist eine Realität, der sich kein kommunales Unternehmen entziehen kann. Stadtwerke, die frühzeitig reagieren, können nicht nur personelle Engpässe vermeiden, sondern sich auch als attraktiver und moderner Arbeitgeber in ihrer Region positionieren.

Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Maßnahmen, sondern um eine langfristige Personalstrategie. Die Kombination aus Wissenstransfer, Qualifizierung, Flexibilisierung und gezielter Ansprache von (neuen) Zielgruppen ist entscheidend dafür, dass sich Stadtwerke auch in Zukunft als attraktive Arbeitgeber in der Region positionieren und ihrer Rolle in der Daseinsvorsorge gerecht werden können.

[1] Kunath, Gero / Tiedemann, Jurek, 2025, Fachkräftereport März 2025: Fachkräftemangel kann Investitionsschwung bremsen, Studie im Rahmen des Projektes Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), Köln


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