Sie haben als Führungskraft Ihre klar umrissenen Aufgaben, die im Unternehmen oder in der Behörde bekannt sind. Zusätzlich aber tragen Sie den Mental Load mit sich – ein Schlagwort, das man häufig hört. Was genau es damit auf sich hat, wie er zustande kommt, an welchen Anzeichen Sie ihn erkennen und wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie hier.

Mental Load: Definition

Mental Load bedeutet mentale oder psychische Belastung. Diese entsteht, wenn Sie im Alltag viele (organisatorische) Aufgaben erledigen, was aber weitestgehend unsichtbar bleibt. Ursprünglich wurde der Begriff für das Privatleben geprägt, wo die Organisation von Haushalt und Familie oft nicht genug gewürdigt wird. Doch auch Führungskräfte leiden darunter, weil sie viele Dinge in die Wege leiten und in Balance halten, von denen das Team und die Vorgesetzten nur wenig mitbekommen.

So kommt der Mental Load bei Führungskräften zustande

Sie verteilen die anfallenden Aufgaben, koordinieren Ihr Team und berichten der Geschäftsführung. Allerdings sind Sie auch Ansprechperson, wenn sich Termine verschieben und wenn sich im Rahmen der Aufgaben Probleme ergeben: Sie führen den Terminkalender, Sie sind für die Einhaltung von Deadlines zuständig. Daher müssen auch Sie umdisponieren und Workarounds finden, wenn sich unvorhergesehene Situationen ergeben. Zusätzliche unregelmäßige Herausforderungen sind etwa:

Kurz: Sie müssen bei einem insgesamt schon eng getakteten Arbeitstag jederzeit aufnahmebereit und flexibel sein, um rasch reagieren zu können. Allein das ist eine starke psychische Anstrengung.

Mental Load: Das sind die Warnzeichen

Es gibt mehrere verschiedene Anzeichen, bei denen Sie hellhörig werden sollten:

Alle diese Punkte sind Anzeichen dafür, dass Ihnen die Last zu viel wird. Es ist an der Zeit, grundsätzlich etwas zu ändern. Andernfalls kann der Zustand Sie krank machen: Ihr Immunsystem wird beeinträchtigt, sodass Sie häufiger Infekte bekommen. Sie verlieren auf die Dauer die Freude an der Arbeit, entwickeln vielleicht sogar Angst vor dem nächsten Arbeitstag. Ohne ein Gegensteuern kann letzten Endes sogar eine Depression die Folge sein.

Es ist ein langer Prozess, bis die Überlastung bei der Arbeit Sie krank macht. Gerade sehr pflichtbewusste Menschen verpassen aber oft den Punkt, an dem sie etwas ändern müssten – weil sie niemanden „im Stich lassen“ möchten. Dabei führt gerade dieses falsch verstandene Pflichtbewusstsein häufig zu längeren Ausfällen.

Psychischer Belastung vorbeugen

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, die sich als hilfreich gegen den Aufbau eines hohen Mental Loads erwiesen haben, etwa:

Grundsätzlich tut es Ihnen gut, wenn Sie sich in Ihrer Freizeit mit Dingen beschäftigen, die mit der Arbeit gar nichts zu tun haben. Ob das bedeutet, dass Sie Zeit mit Kindern oder Enkeln verbringen, ob Sie sich mit Freunden treffen oder Hobbys nachgehen, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass Sie abschalten und im Kopf nicht um Ihre Arbeitsaufgaben kreisen. So tanken Sie auf und erholen sich auch mental. Das erleichtert es Ihnen, sich am nächsten Arbeitstag wieder motiviert dem Job zu widmen.

Das Vorbild in der Führungsrolle

Wie Sie mit Ihrem Mental Load bei der Arbeit umgehen, beeinflusst nicht Sie allein, sondern auch Ihre Mitarbeitenden. Sind Sie gut organisiert und gelassen und behalten den Überblick, bieten Sie Ihrem Team ein gutes Beispiel: Ihre Mitarbeitenden können sich abgucken, wie Sie vorgehen – vielleicht geben Sie ihnen ja auch Tipps, die für Sie selbst gut funktionieren.

Haben Sie hingegen jeden Tag derartig viele Aufgaben zu bewältigen, dass immer etwas liegenbleibt und Fehler passieren, wirkt sich auch das auf die Arbeitsatmosphäre aus: Sie sind gereizt und können sich keine Zeit für Gespräche nehmen. Ihre Mitarbeitenden sind verunsichert, wollen Sie auch bei Fragen nicht stören und machen Fehler, die vermeidbar gewesen wären.

In der (mentalen) Ruhe liegt die Kraft. Achten Sie daher sorgfältig darauf, dass Ihnen im Job nicht alles zu viel wird. Ist die Belastung zu hoch, scheuen Sie sich nicht, Ihren Vorgesetzten Bescheid zu geben. Das heißt nicht, dass Sie ungeeignet für den Job sind, sondern nur, dass Sie die Gesamtsituation überblicken. Auch Vorgesetzte können nicht Gedanken lesen – aber sie können Ihnen die Möglichkeit zur Neuorganisation geben, wenn sie Bescheid wissen.


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