Autorin: Stephanie Boeker, zfm-Senior Beraterin & zfm-Partnerin

Als Personal- und Managementberatung, die sich auf den öffentlichen Sektor und kommunale Unternehmen spezialisiert hat, fördern und begleiten wir die FIT-Public Management-Studie seit 2018 aus großer Überzeugung. Die Repräsentation von Frauen in Top-Managementpositionen ist nach wie vor ein viel diskutiertes Thema, das sich stark auf unsere tägliche Praxis auswirkt. Abermals liefert die Studie aktuelle Vergleichsdaten zur Frauenrepräsentation und bietet eine empirische Fundierung sowie wertvolle Impulse für politische und gesellschaftliche Dialoge. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die hervorragende und inspirierende Zusammenarbeit mit Herrn Professor Dr. Papenfuß und allen Mitarbeitenden seines Lehrstuhls. Wir bedanken uns auch dafür, dass Herr Professor Dr. Papenfuß mit seinem Team am Ball bleibt und die wichtige Studie fortlaufend voranbringt. 

Die aktuellen Ergebnisse der Studie machen den Handlungsdruck wiederholt deutlich.

Der Frauenanteil im Top-Management stagniert bei ca. 23 % und insbesondere bei Neubesetzungen verzeichnen wir einen „massiven“ Rückgang.

Wir liegen weiterhin unterhalb der gesetzlichen Zielvorgaben und schneiden im Vergleich zu den DAX-Unternehmen im öffentlichen Sektor noch schlechter ab. Sollten wir uns in den nächsten Jahren im gleichen Tempo weiterentwickeln, werden wir mindestens weitere 15 Jahre benötigen, um annähernd die gesetzlichen Vorgaben zu erreichen. 

Den Herausforderungen des Wandels, wir schreiben Industriegeschichte, begegnen wir zu oft mit einem Denken und Konzepten von gestern. Insbesondere in Krisensituationen vertrauen wir eher dem Altbewährten und haben zu wenig Mut für Neues. Laut einer Organisationsuntersuchung der Hochschule St. Gallen haben beispielsweise lediglich 11 % der befragten Unternehmen in Westeuropa eine flächendeckende Fehler- und Feedbackkultur. Im Jahr 2026 erleben wir teilweise noch immer Führungskulturen, die mehr Ähnlichkeit mit dem alten Preußen haben als mit einer Kultur, die den Wandel unterstützt. Wir brauchen mehr Vordenker:innen und Vorbilder, um Unternehmenskulturen voranzubringen.

Wie wird Führung in Organisationen gelebt, und wie stark können sich weibliche Führungskräfte damit identifizieren?
Wie ist das vorherrschende Verständnis von Macht und Einfluss?

Kulturarbeit braucht immer einen langen Atem und Diversität ist vor allem Chef:innen-Sache. Es geht um das Wollen und nicht um das Müssen. Für den Erfolg in den Organisationen brauchen wir diverse Top-Management-Teams, um insbesondere moderne Führungskulturen zu entwickeln und Innovationen voranzutreiben. Die weichen Faktoren werden nicht nur bei der Auswahl von Top-Führungskräften zu den harten Faktoren, sondern auch bei der Entwicklung moderner Führungskulturen berücksichtigt. Alle Aktivitäten, die auf diese Aktien einzahlen, müssen wir weiterhin gezielt ausbauen. Neben einer konsequenten Selbstverpflichtung der Unternehmen gilt es, konkret den Kulturwandel zu forcieren und noch gezieltere Maßnahmen der Personalauswahl und -entwicklung aufzusetzen. Insbesondere bei der Besetzung von weiblichen Top-Führungskräften stellen die strategische Nachfolgeplanung und die Führungskräfteentwicklung zentrale Erfolgsfaktoren dar.

Wir dürfen nicht müde werden, auch wenn die Zahlen stagnieren, das Thema der Repräsentation von Frauen in Top-Managementpositionen mit voller Kraft zu bearbeiten. Das gelingt, wenn Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis eng zusammenarbeiten. Aus diesem Grund freuen wir uns auch in diesem Jahr sehr über die Leistung von Herrn Professor Dr. Papenfuß und seinem Team sowie über die Ergebnisse der Studie, die uns erneut zeigen, wo wir noch ansetzen müssen. 

Download der Studie.

Wir freuen uns, diesen wichtigen Dialog weiterhin mitzutragen.
Am 17.07.2026 findet dazu von 9:00 – 10:30 Uhr eine sehr interessante kostenlose Online-Paneldiskussion statt:
Mit Gudrun Aschenbrenner (Mitglied des Vorstands der AKDB, Stephanie Boeker, Senior Beraterin und Partnerin bei zfm – Die Personalberatung für die Kommunalwirtschaft und die öffentliche Verwaltung, und Karin Pfäffle, Sprecherin der Geschäftsführung der Hamburger Energienetze GmbH und Vertreterin des VKU – Verband kommunaler Unternehmen e.V. zu dem Thema „Massiver Rückgang, aber substanzielle Unterschiede bei weiblichen Neubesetzungen in Top-Managementorganen öffentlicher Unternehmen zwischen Gebietskörperschaften: Wie jetzt in Krisenzeiten gestalten?“

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