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Runter von der Eskalationsleiter

„Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an das Wort „Konflikt“ denken?“

Das erste Wort, das Ihnen einfiel: war es positiv oder negativ belegt?

Sie können es sich schon denken: Das erste Wort ist meistens negativ belegt. Sie haben vielleicht an Wut, Ärger, Streit oder Stress gedacht.

Im ersten Moment, spontan, antworten wir impulsiv – meist ohne Zuschaltung des logischen Denkzentrums. Und genauso reagieren wir auch im ersten Moment, wenn wir im Konflikt sind. Dabei ist die Zuschaltung des logischen Denkzentrums so wichtig.

Denn: Was fällt Ihnen ein, wenn Sie länger über das Wort „Konflikt“ nachdenken?

Jetzt wird es positiver. Vielleicht denken Sie an „klärend“, „konstruktiv“ oder „gemeinsam lösen“. Nun haben Sie Ihr logisches Denkzentrum aktiviert.

Dieses logische Denkzentrum gilt es, im Konflikt so früh wie möglich einzuschalten. Dafür braucht es einen Moment, um den ersten Impuls vorbeiziehen zu lassen. Dazu gibt es unterschiedliche Strategien: Atmen, bis 10 zählen, an etwas Schönes denken usw.

Ich bevorzuge ein inneres „Stopp“. Und dann schalte ich meine kindliche Neugier ein und frage mich, warum dieser Konflikt gerade passiert. Es hilft, um mich wertschätzend in eine Kundschafter-Haltung zu bewegen. Ich bin Kundschafter in einer fremden Kultur und nun gilt es, neugierig die andere Kultur zu erforschen. Dies geschieht durch Beobachtung und Fragen stellen: „Was ist passiert? Was stört mich am meisten? Was will ich erreichen? Worum geht es mir? Was hat mich am meisten verärgert? Was könnte ich ändern, um dem anderen einen Schritt entgegen zu gehen? Was brauche ich jetzt, um mit dem Konfliktpartner gemeinsam eine gute Lösung für beide zu finden?“

Und plötzlich beginnen Sie, die fremde Kultur zu verstehen. Dies ist ein ganz entscheidender Schritt, um Konflikte konstruktiv lösen zu können. Wenn Sie das Interesse und Bedürfnis hinter den Aussagen verstehen, fällt es Ihnen leichter, gemeinsam mit Ihrem Konfliktpartner eine gute Lösung zu finden. Denn hinter einem Konflikt steckt in den seltensten Fällen eine „böse Absicht“. Meist sind auch die Interessen und Bedürfnisse der anderen Partei nachvollziehbar und verständlich. Und wenn Sie diese Interessen verbalisieren, fühlt sich ihr Gegenüber verstanden. Das ist der erste Schritt für mehr Offenheit.

Die Offenheit im Gespräch, das echte Interesse am Gegenüber erzeugt Offenheit und echtes Interesse auch an Ihren Themen. Und wenn beide Parteien in einem echten Austausch sind, hilft es häufig zusätzlich, einige Spielregeln einzuhalten, z. B.:

  • „Ich kommentiere nicht, was der andere sagt.“
  • „Bevor ich meine Aussage treffe, fasse ich die Aussage des Gegenübers in meinen Worten zusammen.“
  • „Ich halte mich kurz und konzentriere mich auf das Wesentliche.“

Diese Spielregeln müssen nicht unbedingt offengelegt und von beiden Parteien eingehalten werden. Es reicht, wenn Sie sich daran halten, wenn Sie diese Spielregeln leben. Dies führt zu einer anderen Dynamik im Konflikt. Sie nehmen Tempo raus, konzentrieren sich und halten Ihr logisches Denkzentrum aktiviert.

Ich werde oft gefragt, ob man mit jemandem, der solche Strategien lehrt, denn überhaupt streiten „kann“. Meine Antwort: Das funktioniert sogar sehr gut. Mir fällt es auch oft schwer, in Konfliktsituationen einen ruhigen Kopf zu bewahren. Das zeigt nur, dass wir alle Menschen mit Emotionen sind, dass uns Personen oder Themen besonders wichtig sind, dass wir ein Leben lang lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen.

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